Ohrenschmerzen bei Kindern

„Mama, meine Ohren tun so weh!“ – ein Ausruf, den sicherlich viele Eltern kennen. Das Kind ist weinerlich, jammert und reibt sich die Ohren oder Wangen. Im Zusammenhang mit Infektionen tritt häufig Fieber auf. Manchmal ist ein Ohr deutlich gerötet. Das Hörvermögen kann ebenfalls beeinträchtigt sein. Wie können Sie Ihrem Kind in dieser unangenehmen Situation am besten helfen?

Mögliche Ursachen von Ohrenschmerzen bei Kindern

Ohrenschmerzen bei Kindern können sehr unterschiedliche Ursachen haben. Naheliegend sind vor allem Erkältungskrankheiten, die für eine Mitentzündung der Ohren sorgen, aus der sich dann eine Mittelohrentzündung entwickeln kann. Auch eine Nasennebenhöhlen- oder Rachenmandelentzündung kann für Schmerzen im Bereich der Ohren sorgen.

Kinderkrankheiten wie Mumps oder Masern gehen mit schmerzhaften Ohrspeicheldrüsenentzündungen einher. Manchmal können selbst harmlose Ohrenschmalzpfropfen zu Beschwerden führen. Bei Kindern sollte immer auch daran gedacht werden, ob nicht ein Fremdkörper im Ohr als Ursache der Schmerzen in Frage kommt. Ebenso können Verletzungen des Trommelfells durch spitze Gegenstände oder durch das unsachgemäße Reinigen der Ohren Auslöser von Ohrenschmerzen sein.

Notwendige Abklärung beim Arzt

Bei Ohrenschmerzen, vor allem bei Säuglingen, suchen Sie bitte immer sofort einen Arzt auf, um die Ursache sicher abklären zu lassen. Auch bei älteren Kindern sollte ein Arztbesuch stattfinden, wenn sich die Beschwerden nach dem Anwenden erster Maßnahmen nicht bessern oder gar verschlimmern.

Erste Hilfe bei Ohrenschmerzen bei Kindern

Meist sind bereits Nasentropfen oder auch Sprays auf Salzwasserbasis hilfreich – sie wirken abschwellend auf die Eustachische Röhre, welche das Innenohr mit dem Mundraum verbindet. Der Druck auf das Ohr wird dadurch vermindert. Als gut wirkendes altes Hausmittel wird gern eine Zwiebelauflage bzw. ein Zwiebelsäckchen verwendet. Es gibt auch spezielle Ohrwickel zu kaufen, die sich etwas leichter handhaben lassen. Um die Wirkung der ätherischen Öle der Zwiebel zu verstärken, kann man zusätzlich eine Wärmeflasche auf das Zwiebelpäckchen legen – allerdings nur, wenn das Kind Wärme als angenehm empfindet.  Fühlt sich Ihr Kind mit Wärme besser, kann das erkrankte Ohr mit Infrarotlicht aus einer Rotlichtlampe bestrahlt werden.

Medikamente

Nur bei schwerwiegenden bakteriellen Entzündungen ist es notwendig und sinnvoll, Antibiotika zu verabreichen. Eine Mittelohrentzündung muss also nicht zwangsläufig mit Medikamenten behandelt werden. Auch die Homöopathie hält Mittel gegen Ohrenschmerzen bei Kindern parat. Sind die Schmerzen sehr stark, kann vorübergehend ein Schmerzmittel in Form von Zäpfchen, Saft oder Tabletten das Allgemeinbefinden des Kindes verbessern. Ohrentropfen sind meist nicht hilfreich, da sie Schmerzen nur unzureichend lindern und die Untersuchung des Trommelfells behindern. In den meisten Fällen sollten Ohrenschmerzen bei Kindern innerhalb weniger Tage verschwinden. Wenn sich die kleinen Patienten ausreichend schonen und liebevoll umsorgt sind, werden die Schmerzen bald vergessen sein.