Mittelohrentzündung: Symptome, Krankheitsverlauf und Dauer

Eine Mittelohrentzündung ist eine durch eine bakterielle oder virale Infektion verursachte Entzündung der Mittelohrschleimhäute.

Symptome und Krankheitsverlauf der Mittelohrentzündung

Die virale Mittelohrentzündung beginnt in der Regel mit plötzlich auftretenden und pulsierenden Ohrenschmerzen. Pochende Ohrgeräusche, Fieber und eine verminderte Hörfähigkeit begleiten die Infektion. Weiter kann es zu einem druckschmerzhaften Warzenfortsatz des Schläfenbeins kommen, der von Erbrechen und Übelkeit begleitet wird. Handelt es sich um eine virale Mittelohrentzündung, so halten diese Symptome in der Regel ein bis drei Tage an und klingen dann langsam ab. Bei der bakteriellen Entzündung hingegen kann es nach drei Tagen bis acht Tagen zu einem Trommelfellbruch kommen. Zudem tritt Eiter aus dem Gehörgang. Diese Abwehrphase ist schmerzhaft und wird in der Regel mit einem Antibiotikum behandelt. Dieses behandelt die Entzündung und verkürzt die Dauer der Entzündung. Zudem wird durch die Gabe des Antibiotikums die Trommelfellperforation verhindert und die Schmerzen sowie das Fieber klingen früher ab. Im gesamten Verlauf ist das Hörvermögen bei dem betroffenen Ohr beeinträchtigt. Nachdem die akuten Symptome abgeklungen sind, dauert es in der Regel allerdings zwei bis vier Wochen bis die Entzündung völlig abgeheilt ist. Gelegentlich treten dann auch noch leichte Ohrenschmerzen auf, die allerdings mit Schmerzmitteln verringert werden können.

Auftretende Komplikationen

Eine Mittelohrentzündung kann von Komplikationen begleitet werden. So ist es unter Umständen möglich, dass sich das Innenohr (Labyrinthitis) entzündet, was mit Schwindelgefühl und einer Ertaubung verbunden sein kann. Ein Hirnabzess oder eine Hirnhautentzündung können ebenso wie eine Mastoiditis der Mittelohrentzündung folgen. Auch nach zwei bis drei Wochen nachdem die Entzündung des Mittelohres abzuklingen scheint, können die Schmerzen wieder vermehrt auftreten und ein eitriger Ausfluss aus dem Ohr beobachtet werden. Oft ist eine Operation nötig, um eine Sepsis, eine Sinusthrombose oder eine Gesichtslähmung zu verhindern.

Prophylaxe und Therapiemöglichkeiten

Die Mittelohrentzündung heilt in der Regel auch ohne medizinische Indikation vollständig aus. Unter ärztlicher Kontrolle kann die ersten drei Tage eine Beobachtung der Entzündung ausreichen. Wenn nach dieser Zeit keine deutliche Verbesserung zu bemerken ist, so besteht die Gefahr von möglichen Komplikationen. Um diesen vorzubeugen, werden Antibiotika oder Penicillin verabreicht. Gegen die häufigen Erreger der Mittelohrentzündung (Pneumokokken, Haemophilus influenzae) stehen Impfstoffe zu Verfügung, weshalb eine Impfung bei Kindern ratsam erscheint. Besteht eine Trommelfellperforation, so sollte beim Baden, Duschen oder Schwimmen ein Gehörschutz getragen werden. Zudem können bei einer Erkältung oder Grippe, die mit verstopfter Nase verbunden ist, Nasensprays für das Abschwellen der Schleimhäute sorgen. Auch entzündungshemmende Schmerzmittel können die oft schmerzhafte Entzündung des Mittelohr vorbeugen.

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